Karneval im Mittelalter

Der Ursprung, dass wir jedes Jahr zu ungefähr der selben Zeit Karneval feiern, liegt weit in der Geschichte zurück.

Bereits im Mittelalter feierte man ähnliche Feste, die man heute als Karneval kennt. Die Narrenfeste wurde in der Kirche gefeiert, waren jedoch keinesfalls kirchlich. Die unteren Kleriker übernahmen für eine bestimmte Zeit die Sonderrechte und den Rang des Priesters. Zudem parodierte man kirchliche Rituale, in denen zum Beispiel ein Pseudopapst ernannt wurde.

Am Tag der unschuldigen Kinder (28. Dezember) bestimmte man sogar einen Kinderbischof, der ebenfalls die Aufgaben eines Priesters für eine gewisse Zeit übernahm und auch das Volk wurde am Narrenfest beteiligt.

Erste Erwähnung des Karnevals liegen gab es in der Speyrer Chronik von 1612:

"Im Jahr 1296 hat man Unwesen der Fastnacht etwas zeitig angefangen / darinn etliche Burger in einer Schlegerey mit der Clerisey Gesind das ärgst davon getragen / hernach die Sach beschwerlich dem Rhat angebracht / und umb der Frevler Bestrafung gebetten."

Zurückzuführen ist der Karneval im Mittelalter auf die Lehren des Zwei-Staaten-Modells. Die Fastnacht gilt hier als Staat des Teufels (civitas diaboli). Aus diesem Grund wurde der damals meist ausartende Karneval von der Kirche als lehrendes Beispiel geduldet. Sie wollte damit zeigen, dass auch der Mensch vergänglich ist und Gott am Ende immer siegt. Um die Umkehr zu Gott zu verdeutlichen, musste der Karneval im Mittelalter mit dem Aschermittwoch enden, was auch stets von der Kirche kontrolliert wurde.